Unser Rundbrief im Oktober 2026: Honduras

Füller

Die Angehörigen des indigenen Volkes der Garífuna in Honduras leben auf den Cayos-Cochinos-Inseln, einem karibischen Archipel, wo den Aktivist:innen die Vertreibung droht, weil sie friedlich ihr Land verteidigen. Hintergrund ist, dass dort die Dreharbeiten für eine Reality-Show stattfinden sollen.

Die Sendung bedroht die Existenz der Garífuna, weil die Menschen auf ihrem eigenen Land nicht mehr fischen gehen können, obwohl die Kleinfischerei die Lebensgrundlage der Gemeinschaft ist. Zudem schaden die Aufnahmen der Natur. Durch die Dreharbeiten sind die Garífuna in ihrer traditionellen Lebensweise eingeschränkt und können ihre kulturelle und spirituelle Verbindung zum Meer und zu den natürlichen Ressourcen des Gebiets zu nicht bewahren.

Deshalb hatten rund 40 Garífuna-Aktivist:innen ein Protestlager in Playa Uva errichtet. Zwei Tage später, am 16. September, kam die Polizei per Boot, um das Protestlager der Indigenen „vorsorglich“ zu räumen. Außerdem sollen elf Menschenrechtsverteidiger:innen wegen Landbesetzung angeklagt werden. Der Räumungsbefehl verstößt gegen internationales Recht und ein Urteil des Interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshofs.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Rechte der Garífuna durch Dreharbeiten auf ihrem Land beeinträchtigt werden. Bereits am 20. November 2025 stellte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte fest, dass Honduras zwar eine Reihe von Maßnahmen zum Schutz der Garífuna und deren Lebensgrundlage umgesetzt hatte (z.B. Ausweisung des Archipels als Meeresschutzgebiet), allerdings auch Fernsehaufnahmen genehmigt hatte, ohne vorher die Garífuna zu fragen und um Erlaubnis für die Dreharbeiten zu bitten.

Diese Ereignisse zeigen, wie das indigene Volk der Garífuna bedroht und eingeschüchtert wird. Die Indigenen fordern lediglich ihr Recht auf ihr angestammtes Land und verlangen, dass die Urteile des Interamerikanischen Gerichtshofs endlich umgesetzt werden.

Amnesty fordert deshalb,

  • den Räumungsbefehl sofort aufzuheben.
  • die strafrechtliche Verfolgung der Garífuna-Aktivist:innen von Cayos Cochinos zu beenden und dafür zu sorgen, dass das Urteil des Interamerikanischen Gerichtshofs vollständig umgesetzt wird. Das Urteil gilt für alle Behörden in Honduras und muss beachtet werden.

Im Anhang findet ihr den Appell an die Botschaft in Berlin und Generalstaatsanwalt Pablo Emilio Reyes Theodore. Der Brief an die Botschaft kann auch gesendet werden an: embajadahonduras.de@gmail.com