In der Fischereigemeinde Bille im Nigerdelta herrscht seit Oktober 2025 ein akuter Gesundheitsnotstand. Dort tritt Methangas aus Flüssen, Sümpfen und nun auch zahlreichen Trinkwasserbrunnen aus. Eine Untersuchung im Dezember 2025 durch die Nationale Behörde für die Erfassung und Bekämpfung von Ölunfällen (NOSDRA) ergab, daß die Methanwerte an einem der Orte 10.000 Mal höher waren als im Regelfall.
Die Ursache für das austretende Gas ist nicht bekannt, doch Untersuchungen von Methanlecks in anderen Weltregionen lassen vermuten, dass der Grund für die Lecks oft alte Öl- und Gasbrunnen sind, die nicht ordnungsgemäß stillgelegt wurden.
Am 7. April 2026 kamen Vertreter*innen der Aufsichtsbehörde für Öl und Gas (NUPRC) nach Bille, um eine Untersuchung der Lecks einzuleiten. Sie wiesen die in der Nähe tätigen Ölgesellschaften an, eine Lösung zu finden. Seither wurde jedoch nur wenig getan, um die Lecks zu finden und zu schließen. Die Untersuchungen müssen daher beschleunigt und ihre Ergebnisse veröffentlicht werden.
Amnesty International unterstützt die Bewohner*innen von Bille der Gemeinde Ogale seit mehr als zehn Jahren. Der Grund dafür ist, daß durch Hunderte von Ölunfällen ihre Lebensgrundlage zerstört und ihre Häuser beschädigt wurden. Die Verschmutzung verursacht Umweltschäden, tötet Fische und Pflanzen und führt dazu, dass Tausende Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.
Amnesty fordert deshalb, dass
- das zuständige Ministerium seinen Einfluss nutzen soll, um die Untersuchung der NUPRC zur Ursache des Gaslecks zu beschleunigen. Außerdem soll es dafür sorgen, dass die Ergebnisse dieser und aller vorherigen Untersuchungen veröffentlicht werden.
- unverzüglich Maßnahmen ergriffen werden, um die Gaslecks zu stoppen.
- zusätzliche Hilfszahlungen an die Gemeinde bewilligt werden sollen, um die Versorgung mit wichtigen Gütern sicherzustellen, bis die Methangaslecks beseitigt sind und sauberes Trinkwasser wieder zur Verfügung steht.
Im Anhang finden sie den Appell an die Botschaft in Berlin und den nigerianischen Minister Ekperikpe Ekpo. Der Brief an die Botschaft kann auch gesendet werden an: info@nigeriaembassygermany.org
