Heute möchten wir von den vielen hundert Personen aus Venezuela berichten, die aktuell aufgrund von politischen Gründen inhaftiert sind. Anlass ist, dass zwischen 25. Dezember 2025 und 19. Januar 2026 einige Menschen von den venezolanischen Behörden aus ihrer willkürlichen Haft entlassen wurden. Darunter waren auch Personen, für die sich Amnesty International einsetzt. Trotz dieser positiven Nachrichten schockiert die Information, dass laut der venezolanischer NGO Foro Penal Mitte Januar 2026 noch etwa 780 Personen weiterhin willkürlich oder aus politischen Gründen hinter Gittern sitzen.
Anfang Januar 2025 hatte der Präsident der Nationalversammlung angekündigt, dass eine „beträchtliche Anzahl“ der inhaftierten Personen freigelassen werde. In der Zwischenzeit wurde aber nur eine kleine Anzahl freigelassen. Deshalb besteht die Sorge, dass viele der Inhaftierten dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen sind oder dass Inhaftierte gefoltert und misshandelt worden sind. Auch einige der Personen, für die Amnesty International sich eingesetzt hat, sind wie Alfredo Díaz in staatlichem Gewahrsam verstorben oder ihr Schicksal ist wie im Fall Jorgen Guanares weiterhin unklar. Verschwindenlassen und Folter sind völkerrechtliche Verbrechen und die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden.
Amnesty fordert deshalb, dass
- alle aus politischen Gründen inhaftierten Personen unverzüglich freigelassen werden.
- jede inhaftierte Person in Gewahrsam des Staates das Recht auf Schutz ihres Lebens und ihrer Sicherheit sowie auf alle Garantien für ein faires Gerichtsverfahren haben muss, wie z. B. eine rechtliche Vertretung ihrer Wahl, angemessene medizinische Versorgung und Familienbesuche.
Im Anhang findet ihr den Appell an die Botschaft in Berlin. Leider ist ein Briefversand nach Venezuela aktuell nicht möglich, weswegen die Briefe ausschließlich an die venezolanische Botschaft gesendet werden sollen.
