Unser Rundbrief im März 2025: Mosambik

Sprechblase mit Stift

Heute geht es um den Fall von Alcina Nhaume, einer jungen Designerin aus Mosambik. Sie besitzt ein Atelier in Maputo, der Hauptstadt Mosambiks und wurde dort am 5. März durch einen Schuss ins Gesicht schwer verletzt.

Gegen 15.00 Uhr brachen an diesem Tag in ihrem Viertel Michafutene Proteste aus und die Anwohner*innen verbarrikadieren die Straße. Sicherheitskräfte, die zur Auflösung von Protesten eingesetzt waren, eröffneten das Feuer. Als Alcina Nhaume ihre Handtasche holen wollte, um nach Hause zu gehen, durchschlug eine Kugel eine Metallbarriere und traf sie ins Gesicht, was zu schweren Verletzungen führte. Ihr Mund- und Kieferbereich wurde schwer verletzt und sie verlor mehrere Zähne, so dass sie voraussichtlich nicht wieder sprechen oder normal essen können wird. Ihr Gesundheitszustand ist weiterhin kritisch und sie wird noch viele Wochen im Krankenhaus bleiben müssen.

Laut internationalen Menschenrechtsnormen und mosambikanischem Recht müssen die Behörden Alcina Nhaume eine umfassende medizinische Versorgung, Rehabilitation und Wiedergutmachung garantieren, einschließlich einer angemessenen finanziellen Entschädigung. Gemäß Artikel 58 der Verfassung der Republik Mosambik “haftet der Staat für Schäden, die durch rechtswidrige Handlungen seiner Bediensteten in Ausübung ihres Amtes verursacht werden …”.

Am 9. März erklärten die Behörden, sie würden die Schüsse auf Alcina Nhaume untersuchen. Amnesty International befürchtet jedoch, dass es sich dabei nur um ein leeres Versprechen handeln könnte, wie es schon oft geschehen ist und dass weder die Ergebnisse solcher Untersuchungen veröffentlicht noch die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Denn sie ist eines von mehr als 700 Opfern, die von den Behörden seit dem 21. Oktober 2024 nach den Wahlen im Zuge ihres gewaltsamen Vorgehens durch Schüsse verletzt oder getötet wurden.

Amnesty fordert deshalb, dass
•    unverzüglich eine gründliche, unabhängige und unparteiische Untersuchung der Schussverletzung von Alcina Nhaume transparent und effektiv durchgeführt werden muss.
•    die Ergebnisse öffentlich gemacht und die Verantwortlichen in fairen Verfahren zur Rechenschaft gezogen werden.

Im Anhang findet ihr die Appelle an den Generalstaatsanwalt Américo Julião Letela und die Botschaft in Berlin. Das Schreiben für die Botschaft kann auch an per Mail an info@embassy-of-mozambique.de gesendet werden.