Unser Rundbrief im März 2019

Die Kogruppe Sudan/Südsudan hat eine neue Aktion gegen die Todesstrafe im Südsudan gestartet und ruft zur Mithilfe auf. In einem Kurzbericht von Amnesty heißt es, dass 135 Menschen im vergangen Jahr im Südsudan zum Tode verurteilt wurden, darunter ein Kind und eine stillende Mutter. Insgesamt sitzen damit landesweit 342 Menschen in Todeszellen, doppelt so viele wie 2011. Sieben Urteile wurden 2018 vollstreckt, meistens durch Hängen. So viele Hinrichtungen in einem Jahr hat es im Südsudan seit dessen Unabhängigkeit 2011 nicht mehr gegeben.

Nach jahrelangem Bürgerkrieg stimmten am 09. Juli 2011 99% der Wähler für die Unabhängigkeit des Südens vom restlichen Sudan. Damit wurde die Republik Südsudan das 193. Land der Welt. Im Gegensatz zum Sudan ist die Mehrheit der Bevölkerung im Süden christlich, als Amtssprache wurde Englisch festgelegt. Seit der Gründung kam es immer wieder zu Unruhen zwischen den verschiedenen Stämmen, hauptsächlich zwischen den Nuer und den regierungstreuen Dinka. Ein 2013 neu aufflammender Bürgerkrieg wurde 2015 mit einem Friedensabkommen beendet, doch im April bis Juli 2018 kam es erneut zu Kämpfen und der systematischen Tötung, Entführung und Vergewaltigung von Zivilisten, hauptsächlich durch Soldaten der Regierung.

Auch Menschenrechtler haben im Südsudan keinen einfachen Stand. Kritische Journalisten werden eingeschüchtert und verhaftet, Zeitungen verboten und Radiosender geschlossen, es gibt strenge Zugangsbeschränkungen für ausländische Journalisten und Organisationen und ein sehr restriktives NGO-Gesetz.

Als eines der wenigen Länder südlich der Sahara wird im Südsudan noch die Todesstrafe verhängt und ausgeführt, besonders häufig gegenüber Menschen, die in den vergangenen Konflikten gegen die Regierung involviert waren. Das von Amnesty bereits seit 2012 geforderte Moratorium wurde bislang nicht umgesetzt. Amnesty International lehnt die Todesstrafe grundsätzlich als unvereinbar mit der angeborenen Menschenwürde und dem Recht auf Leben, Art. 1/3 der AEMR, ab.

Hier findest du die beiden Word-Dateien für diese Aktion, eine für den Empfänger vor Ort, eine für die Botschaft in Deutschland. Beide ausdrucken, deinen Absender eintragen, unterzeichnen, abschicken, fertig. Vielen Dank für deine Mitarbeit!

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